So langsam regt’s mich ja auf, was Frau von der Leyen und die Bundesregierung in Sachen Kinderporno-Bekämpfung derzeit zu verzapfen vor hat. Kinderpornosperren im Internet – selten ein Thema gesehen, dass in Zeiten des Wahlkampfs so ausgeschlachtet wurde. Taugt ja auch, wer soll da schon was dagegen haben?! Die Art und Weise allerdings, in der diese “Sperre” umgesetzt werden soll, sollte uns allen zu denken geben. Da wird schlicht der DNS-Eintrag für betreffende Domains gesperrt, d.h. Dein Browser kann aus www.kinderporno.com nicht mehr die dazugehörige IP-Adresse (z.B. 123.456.789.012) in Erfahrung bringen, weil der DNS-Server bei Deinem Internet-Provider, der dafür zuständig ist, diese Information nicht mehr herausrückt.
Das ist in etwa so, als würde jemand das Schild an der Autobahn-Abfahrt abschrauben.
Für Ortsfremde schlecht, aber wer sich auskennt oder auch nur eine eigene Karte benutzt, kommt doch ans Ziel. Was hindert mich denn daran, einfach einen beliebigen anderen DNS-Server statt den meines Providers zu benutzen? Richtig, gar nichts. Fällt das jetzt eigentlich schon unter Anleitung zu einer Straftat? Die “gesperrte” Webseite ist also nach wie vor vorhanden, erreichbar, vermutlich profitabel und keinem Kind der Welt ist damit geholfen. Vielleicht sollte man die gleiche Energie in die Verfolgung der Geldströme zu solchen Seiten stecken, darüber sollten sich dann auch die Hintermänner finden lassen.
Ganz nebenbei wird es mit diesem Gesetz in Zukunft auch deutlich einfacher, Sperrverfügungen für Webseiten aller Art vor Gericht zugesprochen zu bekommen. Seien es Urheberrechtsverletzungen, Glücksspiel, missliebige Meinungen in Blogs… denn kontrollieren kann diese Sperr-Liste niemand, einzig das BKA hat die Zügel in der Hand, demokratische Kontrolle ausgeschlossen – und wir regen uns über die Chinesen auf?
Eine Online-Petition gegen dieses Gesetz hat innerhalb von nur vier Tagen die Schallmauer von 50000 Unterstützern erreicht. Inzwischen haben sich neben mir über 81000 Menschen beteiligt – der Bundestag muss also demnächst darüber beraten, ob das noch in dieser Legislaturperiode etwas wird, sei dahingestellt. Trotzdem: mitmachen.
Bisher kein Senf