NPD-Kauf in Rauen endgültig gescheitert

Mit Freude erreicht mich die Nachricht, dass der geplante Kauf des Gut Johannesberg in Rauen endgültig gescheitert ist. Nach Informationen der Märkischen Allgemeinen von heute, hat ein Steuerberater aus Westdeutschland die Immobilie gekauft, um den Aufbau einer rechten Kaderschmiede zu verhindern. Nobel nobel.

Kurz zuvor soll die Bank NordLB die Kreditvergabe an Molau zurückgezogen haben, mit der der Kauf finanziert worden war. Bleibt noch das „Mitteldeutsche Erntedank“, dass die Rechten am Wochenende veranstalten wollen:

In dem Flugblatt laden neben „Familie Molau“ auch der Berliner NPD-Chef Eckart Bräuniger, der sich um die Immobilie kümmert, und der Vorsitzende der Brandenburger NPD, Klaus Beier, „liebe Parteifreunde und Kameraden“ ein. Die Gäste sollen auch übernachten können. Da jedoch der neue Käufer möglicherweise noch in dieser Woche die Besitzübergabe erreicht, ist nicht auszuschließen, dass er von seinem Hausrecht Gebrauch macht. Das rechte „Erntedankfest“ könnte dann nicht mehr stattfinden, schreibt der Tagesspiegel.

Nachtrag: Hier noch die Antwort auf die Frage: Warum sollte man die NPD wählen?

26. September 2007, 16:46 Uhr

NPD-Kauf in Rauen vor dem Scheitern

Nach einiger Zeit ohne Neuigkeiten, hier mal wieder ein paar Infos die Grund zur Hoffnung geben, dass das Projekt von NPD-Spitzenfunktionär Andreas Molau in Rauen doch noch scheitern könnte:

In seiner Donnerstagsausgabe berichtet der Tagesspiegel, dass der Alt-Eigentümer des Anwesens die Rechten zur Räumung des Areals aufgefordert und dafür eine Frist bis Ende September gesetzt hat. Er halte den im Mai notariell beurkundeten Kaufvertrag nach Informationen des Blattes für nichtig und habe die Vollmacht für den von ihm beauftragten Makler widerrufen. Damit sei die Eintragung eines neuen Eigentümers im Grundbuch blockiert. Außerdem sollen alle etwaigen Veränderungen an dem Gebäude bis Anfang Oktober rückgängig gemacht werden.

Warum der Alt-Eigentümer nun diesen Rückzieher macht, ist vorerst unklar. Der Tagesspiegel vermutet einen Rechtsstreit zwischen ihm und Molaus Frau, die als Käufer aufgetreten war.

Ergänzt: Kurze Stellungnahme des NPD-Spitzenkanidaten Andreas Molau

“Die probieren mit allen schäbigen Mitteln, den Kauf rückgängig zu machen. Man setzt sogar den alten Mann unter Druck, der völlig überschuldet ist. Man hat ihn zu einer Selbstanzeige getrieben, weil es angeblich Nebenabreden gegeben hat – also zusätzliche Leistungen neben dem Kaufvertrag. Das ist aber Unsinn. Wir haben dem Mann nur Mobiliar abgekauft.

Es gibt also bisher nur die Aufforderung des Alten (von einem Anwalt aus Köln – Sitz des Bundesamtes… :-) ), Rauen zu räumen. Dem werden wir nicht nachkommen. Eckart Bräuninger hat dort schon fabelhafte Arbeit geleistet und wir hoffen, in Rauen bald ein erstes Konzert starten zu können. Am 29. ist Erntedankfest auf dem Hof.”

Na wenn das mal kein Grund ist, den Nazis einen Besuch abzustatten! Auf nach Rauen, würde ich mal sagen… Und noch ein kleines Zitat von npd-blog.info:

Und was lernt man aus diesem ganzen Gedöns? Die Nazis sind auch nicht mehr das, was sie mal waren. Wenn das der Führer wüsste… In diesem Zusammenhang passend:

21. September 2007, 11:31 Uhr
Allgemein

NPD-Spitzenfunktionär will Landschulheim in Rauen eröffnen

Nachdem schlussendlich doch einigermaßen viele Medien Wind von der Sache bekommen haben und darüber berichten, will ich mal den Versuch wagen, aus allem, was so geschrieben wird, ein großes Bild zu machen. Vermutlich wird ein Großteil auf Gerüchten und Spekulationen beruhen, was soll’s.

Stein des Anstoßes ist das Gut “Johannesberg”, gelegen am Alten Postweg, einer unbefestigten Straße mitten im Wald, die die kleine Ortschaft Rauen mit der Stadt Fürstenwalde verbindet. Das Areal ist 19,6 Hektar groß, mit Unterkunftshäusern und mit der alten Diskothek “Marmorscheune” als Tagungssaal.
Gut johannesberg in Rauen(Foto: MAZ, dpa)

Der Kaufvertrag wurde bereits am 16. Mai unterschrieben. Käufer ist demnach eine Firma mit dem Namen “Starplattan” mit Sitz im schwedischen Gothenburg. Im Auftrag dieses Unternehmens erwarb Gonda Molau das 19,6 Hektar große Anwesen für 200 000 Euro, so steht es im Vertrag. Die 40-Jährige ist die Ehefrau von Andreas Molau, demAndreas Molau stellvertretenden Chefredakteur der NPD-Zeitung “Deutsche Stimme”, der zudem Mitglied im Bundesvorstand der Partei und zuständig für Bildung ist. (Berliner Zeitung, 1.8.) Molau ist zufällig auch Inhaber von “Starplattan” in Schweden, wovon auch die eilige Umbennung der Firma in “Hof Johannesberg, Landhaus Rauen” und Verlagerung des Firmensitzes aus Jönköping nach Gothenburg (Schweden) nicht ablenken konnte, wie die schwedische Außenhandelskammer bestätigte. (MOZ, 30.7.)

Der Eigentümer der Immobilie, ein 83 Jahre alter und gesundheitlich angeschlagener Rentner, hat mit dem Verkauf an offenkundig rechtsextreme Kreise nichts zu tun. Auf Grund seiner hohen Schulden hatte eine norddeutsche Bank die Immobilie verwaltet und über einen Makler einen Käufer gesucht. Neben der schwedischen Aktiengesellschaft mit Sitz in Göteborg soll es weitere Interessenten gegeben haben – darunter auch einen Ökobauern, der angeblich ebenfalls bereit gewesen wäre, das Anwesen für etwa 200 000 Euro zu kaufen. Zum Zeitpunkt dieser Kaufgespräche vor einem Jahr habe die Bank allerdings noch auf einen Erlös von einer Millionen Euro gehofft. (LR, 31.7.)

Molau selbst war von 1996 bis 2004 als Lehrer für Deutsch und Geschichte an der Waldorfschule in Braunschweig angestellt. Ihm wurde gekündigt, nachdem er einen Urlaubsantrag gestellt hatte, um eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter der NPD-Fraktion im sächsischen Landtag aufnehmen zu können. Eine Sprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz bezeichnete Molau als «intellektuellen Kopf der rechtsextremistischen Niedersachsen-NPD», der seine Fremdenfeindlichkeit hinter einer «Fassade von Ethnopluralismus» verberge. (pr-inside.com, 31.7.)

Die NPD beeilt sich, alle Vermutungen, sie könnte hinter dem Kauf stehen, zu dementieren. Man entwickelt gar reichlich zweifelhafte Begründungen, bis hin Molau’s Mitteilung, keineswegs sollten dort NPD-Kader geschult werden, sondern nun sei Molau “in der Lage, ein neues Waldorflandschulheim auf dem Gut ‘Johannesberg’ zu eröffnen”, und er titelte: “Rauen soll Waldorfschule erhalten” in seiner Pressemitteilung.

Mediennachfragen alarmierten den “Bund der Freien Waldorfschulen” in Stuttgart, dessen Geschäftsführer Christian Boettger solcherlei Vorhaben durchkreuzte: Der Verband habe “das Namensrecht schützen lassen, um Namensmissbrauch zu verhindern”. Molau sei demnach keineswegs in der Lage, ein derart benanntes Landschulheim zu eröffnen.

Dass schulische Einrichtungen in Deutschland beim zuständigen Landes-Bildungsministerium überdies beantragt und genehmigt werden müssen, war dem ehemaligen Lehrer Molau in der Eile wohl auch entgangen. Ein Pressegespräch folgte dem anderen, und Molau zeigte sich dabei in Bezug auf seine Pläne merkwürdig verwaschen. Gegenüber NDR Info sprach er von einem “Schulungs- und Ferienheim für ‘national gesinnte’ Familien ‘im Stile einer Waldorfschule’”, dann sprach er von einem “Bildungswerk für völkisch orientierte Familien”, und dem Tagesspiegel erzählte er von einer “Bildungseinrichtung mit Projekten im nationalen Bereich”. (redok, 31.7.)

Ordnungs- und bauordnungsrechtlich wären derartige Pläne einfacher durchzusetzen als die Errichtung eines regulären Schulbetriebs mit anerkannten staatlichen Abschlüssen. Der bestehende Flächennutzungsplan weist das Gebiet im Außenbereich von Rauen als “Sondergebiet Freizeit und Erholung” aus. Da auf dem Gelände bis vor zwei Jahren eine Diskothek betrieben wurde, ließe sich ein Ferienhof mit privatem Schulungsangebot unter Lärmschutzaspekten ordnungsrechtlich kaum verhindern. Anträge zu baulichen Veränderungen an den zehn Immobilien auf dem Gelände würden nach den üblichen Maßstäben geprüft, teilte die Landratsverwaltung Oder-Spree mit – und gab damit zu erkennen, dass die Möglichkeiten der Beschränkungen nach Baurecht ebenfalls begrenzt sind. (MAZ, 1.8.)

Eckhardt BräunigerDass in Rauen mehrfach der als Kroatien-Söldner erfahrene Berliner NPD-Chef Eckart Bräuniger gesichtet wurde, der gleich häufigere künftige Besuche angekündigt haben soll, will auch nicht recht zum weichgespülten Waldorf-Image passen, das Molau seinem neuen Besitz verpassen möchte. Bräuniger war vor drei Jahren schon mal zu einer Landpartie im Brandenburgischen unterwegs: ein Spezialeinsatzkommado der Polizei nahm ihn bei einer illegalen Wehrsportübung fest, wie die Märkische Allgemeine berichtet.

Am 31. Juli behauptete Molau, seinen Posten als stellvertretender Chefredakteur der NPD-Postille “Deutsche Stimme” habe er vor kurzem an den Nagel gehängt, um die unter einer schweren Finanzkrise darbende Partei zu entlasten. Deshalb müsse er sich nun um “eine berufliche Perspektive” kümmern. Tatsächlich aber war Molau bereits im November 2006 ausdrücklich mit der Maßgabe in das höchste Parteiorgan, das NPD-Präsidium, gewählt worden, “seinen Arbeitsschwerpunkt von der Deutschen Stimme in die Berliner Parteizentrale und das dortige neu errichtete Bildungszentrum” zu verlagern. Doch das im Hinterhof der Parteizentrale in Berlin-Köpenick angefangene “Nationaldemokratische Bildungszentrum” (NBZ) wird seit Jahren nicht richtig fertig, und so lässt sich der aktuelle Landgut-Kauf durchaus als Erfüllung des Partei-Beschlusses vom vergangenen November lesen. Dunkel blieb jedenfalls auch die Molau-Antwort auf die Frage des Tagesspiegel nach den Geldgebern für das Landgut, das immerhin rund 200.000 Euro gekostet hat und das noch mit einer Steuerschuld von 20.000 Euro belastet sein soll: “Investoren” seien da im Spiel.
(redok, 31.7.)

Der brandenburgische Verfassungsschutz hält sich unter Hinweis auf laufende Prüfungen bedeckt zu dem Immobilienkauf, jedoch wird das Anwesen „sicher rechtsextremistisch genutzt“, sagt ein Verfassungsschützer. Kollegen befürchten sogar, das Anwesen könne ein „Anlaufpunkt für die rechte Szene aus dem Bundesgebiet“ werden und „strukturbildend wirken“ – im Sinne der NPD, die mit einer weiter wachsenden Mitgliederzahl (aktuell mehr als 7000) das rechtsextreme Parteienspektrum dominiert. (Tagesspiegel, 31.7.)

Ähnliches hört man vom brandenburgischen Innenministerium: «Wir prüfen diese Hinweise, haben aber noch kein abschließendes Ergebnis», sagte ein Sprecher. Es gebe Indizien für einen Zusammenhang mit der NPD, die aber noch überprüft würden. Der Amtsdirektor des zuständigen Amtes Spreenhagen, Hans-Joachim Schröder, sagte, nachträglich beanstanden lasse sich der Verkauf nach seinen derzeitigen Informationen nicht. Die Gemeinde habe praktisch auch kein Vorkaufsrecht gehabt. Von einem Grundstück gehe grundsätzlich keine Gefahr aus, aber möglicherweise von Menschen, die dort handeln, sagte Kaden. Aufgrund «des Charakters der Partei» werde die Kreisverwaltung «genau hinschauen» und dem Amt Spreenhagen bei Bedarf Unterstützung gewähren. Kaden kündigte an, sich zügig mit anderen Landkreisen in Verbindung zu setzen, um zu erfahren, wie dort Neonazi-Aktionen begegnet wurde. (ad-hoc-news, 30.7.)

Noch steht der neue Eigentümer nicht im Grundbuch. “Aber verhindern werden wir das wohl nicht”, sagt Amtsdirektor Hans-Joachim Schröder. CDU-Generalsekretär Rolf Hilke äußert sich bestürzt. “Wenn sich die Gerüchte bewahrheiten, dann ist das entsetzlich”, sagt Hilke, der zugleich auch Vorsitzender der Christdemokraten im Landkreis Oder-Spree ist. Der Landkreis sei dann gefordert. Ein Schulungszentrum dürfe nicht genehmigt werden. Außerdem ist sich Hilke sicher, dass die Rauener der NPD im Falle eines Falles die kalte Schulter zeigen werden. “Ich glaube nicht, dass die Leute so etwas tolerieren würden.” (BZ, 1.8.)

Da kann er aber von ausgehen, Freunde…

1. August 2007, 20:59 Uhr

Marmorscheune in Rauen an Rechtsradikale verkauft?

Die Gerüchte verdichten sich, es scheint, als stehe der Verkauf der alten Marmorscheune in Rauen nahe meiner Heimatstadt Fürstenwalde kurz bevor. Ein rechtsradikale Gruppierung will wohl ein Schulungszentrum oder dergleichen errichten. Gegen meine Theorie, dass das ganze ein weiteres Kapitel aus dem Buch “Androhen von Immobilienkäufen und erzwingen des überteuerten Verkaufs an die Öffentlichkeit bei gleichzeitiger Provisionskassiererei” spricht dieses Mal, dass das ganze ohne jede öffentliche Wahrnehmung stattfindet.

Letzten Meldungen zufolge ist man sich handelseinig und die Schriftstücke liegen beim Notar – einzig die Gemeinde Rauen hätte noch die Möglichkeit eines Vetos. Also Leute:

Spread the word! Nichts tun, bringts auch nicht. Beschwert Euch bei Medien oder direkt bei den zuständigen Behörden. Bringt die Kugel ins Rollen!

20. Juli 2007, 13:43 Uhr
Allgemein

Vorsicht, liebe Nazis!

Liebe Nazis,

Da kommt mir neulich zu Ohren, dass Ihr angeblich mal wieder nen kleinen Coup vorhabt und die alte Scheune in Rauen zwecks Umgestaltung zum Schulungszentrum erwerben möchten. Nicht, dass mir sofort die einträglichen Kaufabsichten der NPD einfallen, aber ein entscheidendes Problem überseht Ihr. So helle seid Ihr ja auch nicht. Daher wollen wir’s mal mit Hilfe eines Comics verdeutlichen (draufklicken zum vergrößern):

(c) www.wulffmorgenthaler.com

Dieses und andere äußerst spaßige Comics gibt’s jeden Tag neu auf wulffmorgenthaler.com

12. Juli 2007, 00:43 Uhr
Allgemein